1.6 Modellergebnisse

1.6.1 Raumbezüge
1.6.2 Tabellenformate
1.6.3 Datenarten
1.6.4 Aggregierungen und Selektionen
1.6.5 Schnittstellen

Je nach gewählter räumlicher und zeitlicher Diskretisierung fallen im Zuge der Modellrechnungen zum Teil beträchtliche Datenmengen an, die in geeigneter Form für weitere Auswertungen gespeichert werden müssen. Eine direkte Einspeisung ins GIS ist nur bedingt möglich, da diese Systeme die Zeit als 4. Dimension nicht unterstützen. Deshalb werden die Modellierungsergebnisse prinzipiell in ASCII-Tabellen (Dateien) gespeichert.

Für die Verwaltung der Modellergebnisse steht die Programmkomponente RESULTS zur Verfügung, deren Arbeitsweise über die Datei RESULTS.STE gesteuert werden kann.

1.6.1 Raumbezüge

In jeder Ergebnistabelle kann genau eine Datenart gespeichert werden. Der Name der Tabelle wird aus dem Raumbezug und der Datenart gebildet. Die folgende Tabelle 6-1 zeigt die möglichen Raumbezüge für die Ergebnisauswertungen.

Tabelle 6-1: Mögliche Raumbezüge für die Modellierungsergebnisse:
Raumbezug Code
Untersuchungsgebiet GEB
Gewässerabschnitte FGW
Regionen REG
Teileinzugsgebiete TG
Kaskadensegmente KAS
Hydrotopklassen[13] HYD
Rasterzellen RAS
Elementarflächen EFL

1.6.2 Tabellenformate

Je nachdem, wie die Ergebnisse weiter ausgewertet werden sollen, können verschiedene Tabellenformate für die Speicherung genutzt werden. Folgende Tabellenformate werden unterstützt:

Zur Verdeutlichung der Unterschiede zwischen den beiden Datenformaten zeigt Abbildung 6-1 Auszüge aus verschiedenen Ergebnisdateien. 

Die Abschnitte a) und b) beziehen sich auf das GIS-Format. Die erste Spalte beinhaltet hier die ID's der zugeordneten Raumeinheiten, also z.B. die EFL-ID oder die TG-ID. Über diese ID können in ARC/INFO oder ArcView Relationen zu den zugeordneten Geometrien hergestellt werden. Die nachfolgenden Spalten enthalten die Berechnungsergebnisse mit ihrem zeitlichen Bezug. So beziehen sich in a) die Ergebnisse auf den Gesamtzeitraum und in b) auf einzelne Monate während des Simulationszeitraumes. Durch '\t' als Spalten- und '.' als Dezimaltrenner wird der Import in obige GIS-Systeme problemlos möglich.

Der Abschnitt c) der nachfolgenden Abbildung zeigt einen Ausschnitt einer Datei im Excelformat. Hier fungiert das ',' als Dezimaltrenner, was den Import in Excel erleichtert. Die erste Spalte beinhaltet den Zeitbezug der Ergebnisse - unterschiedlich in Abhängigkeit von der gewählten Zeitaggregierung ("JJ", "MM.JJ", "TT.MM.JJ", "TT.MM.JJ HH" oder "TT.MM.JJ. HH.MIN"). In den nachfolgenden Spalten sind dann die Ergebnisse mit ihren Raumbezügen (ID's) angegeben.

KEN                Gesamt                                                           a)

 56                13.173

  9               197.429

 11               162.712

 21               160.860

 28               171.473

...

 

KEN    "01.81"               "02.81"              "03.81"     ...                   b)

 11    170.921                80.859              219.095

 40    203.570                97.340              253.663

time                11                 40                                           c)

"01.81"         4,3212             4,2366

"02.81"         5,9338             5,9421

"03.81"        11,3878             7,3598

...

Abbildung 6‑1: Auszüge aus verschiedenen Ergebnisdateien

1.6.3 Datenarten

Welche Möglichkeiten zur bedarfsgerechten Ergebnisauswertung schon während des Simulationslaufes bestehen, wird in den weiteren Ausführungen erläutert.

Tabelle 6-2 listet die Datenarten auf, die derzeit von ArcEGMO unterstützt werden. Inwiefern diese Datenarten während der Modellrechnungen mit Werten belegt werden, ist wiederum abhängig von der gewählten Modellkonfiguration. So wird der Wasserstand (im Gewässer) von einfachen systemhydrologischen Modellen zur Beschreibung der Abflusskonzentration im Gewässer nicht benötigt, und dementsprechend nicht wertmäßig belegt. Gleiches gilt für den hypodermischen Abfluss, der zwar als Speicherplatz im System ArcEGMO vorgehalten wird und auf Anforderung des Nutzers ausgewertet wird, aber derzeit nur von einem Modul (s. Kapitel 2) wertmäßig belegt wird.

Tabelle 6-2: Berechnungsdatenarten:
Datengruppe Datenart Einheit Symbol[14]
Meteorologie korrigierter Niederschlag mm/DT PI
potentielle Verdunstung (gegeben) mm/DT EPM
klimatische Wasserbilanz mm/DT WB
Lufttemperatur °C LT
Relative Sonnenscheindauer / N_rel
Globalstrahlung (als Wasseräquivalent) mm/DT GLO
Relative Luftfeuchte / relF
Dampfdruck hPa e
Windgeschwindigkeit m/s u
Wasserhaushalt potentielle Verdunstung (berechnet) mm/DT EP
reale (aktuelle) Verdunstung mm/DT ER
Effektivniederschlag mm/DT PEF
Landoberflächenabfluss mm/DT RO
Mischkanalisationsabfluss mm/DT RKM
Trennkanalisationsabfluss mm/DT RKT
hypodermischer Abfluss mm/DT RH
Grundwasserneubildung (Perkolation) mm/DT GWN
Kapillarwasseraustausch[15] / AU
Bodenfeuchte mm BF
Schmelzwasserabgabe mm/DT SWA
Schneemenge mm SM
     
Direktabflüsse (Kaskadenflüsse) Kaskadeninhalt mm RDI
Direktabfluss (aus Kaskade) mm/DT RDA
Direktzufluss (Oberliegerzufluss) mm/DT RDZ
RD_MISCHKANALISATIONSABFLUSS mm/DT RDM
RD_TRENNKANALISATIONSABFLUSS mm/DT RDT
RD_Hypodermischer_ABFLUSS mm/DT RDH
Grundwasser Speicherinhalt mm GS_
Speicher_Output mm/DT GO_
Hypodermischer_Output mm/DT GH_
Gesamtabfluss (Gewässersystem) Gesamtabfluss (kumulativ) m3/s QC
Eigengebietsabfluss m3/s QEI
Oberliegerzufluss m3/s QO
Direktzufluss m3/s QD
Q_MISCHKANALISATIONSABFLUSS m3/s QKM
Q_TRENNKANALISATIONSABFLUSS m3/s QKT
HYPODERMISCHERZUFLUSS_RD m3/s QINT
HYPODERMISCHERZUFLUSS_GW m3/s QH
Grundwasserzufluss m3/s QG
LEAKAGEVERLUSTE m3/s  
Wasserstand im Gewässer m WC
WASSERSTANDSAENDERUNG m  
WASSERSPIEGELBREITE_L m  
WASSERSPIEGELBREITE_R m  
Bauwerke (Speicher)(besondere Gewässerpunkte) WASSERSTAND m wp
SPEICHERINHALT m3 s
Verdunstung mm wep
Mindestabgabe m3/s ql
DefMindestabgabe m3/s qld
Nutzerbedarf_UL m3/s qnu
DefNutzerbedarf_UL m3/s qnur
Nutzerbedarf_TS m3/s qnd
Nutzerabgabe_TS m3/s qndr
SollWasserstand m sw

1.6.4 Aggregierungen und Selektionen

Prinzipiell können alle Datenarten für die Raumbezüge, für die sie berechnet werden, in quasi beliebiger zeitlicher Auflösung gespeichert werden. Dies kann aber zu nicht mehr handhabbaren Datenmengen führen.

Deshalb werden vom Programm die folgenden Möglichkeiten unterstützt:

In Kombinationen mit den Möglichkeiten von GIS und Tabellenkalkulationsprogrammen sind mit diesen Selektions- und Aggregierungsmechanismen effektive Datenanalysen durchführbar.

Weitere Ausführungen sind dazu im Kapitel 1.6.5 zu finden.

Tabelle 6-3: Mögliche räumliche und zeitliche Selektierungen der Berechnungsergebnisse:
Datenarten Mögliche Auswahloptionen Zweck
PI, EP, ER, PEF, RO, GWN, RBF, ABF einzelne Elementarflächen Vergleich mit punktbezogenen Messdaten
Eigenschaftskombinationen Modelleichung
Teilzeiträume flächendeckend Prozessstudium, Visualisierung

(Auffeuchtung während Hochwasser)

QDZ, QDA
WC, QC einzelne Gewässerabschnitte Bemessung
Tabelle 6-4: Räumliche und zeitliche Aggregierung der Berechnungsergebnisse:
Datenart Raumbezug der Berechnungen unterstützte räumliche Aggregierungen Zeitbezug der Berechnungen unterstützte zeitliche Aggregierungen
ER EFL, KASEG, TG, REG, GEB, HYD KASEG, TG, REG, GEB Zeitintervall der meteorologischen Daten 1, 2, 3, 6, 12 Stunden, 1 Tag, 1 Monat, 1 Jahr
PEF
RO
GWN
RBF keine keine
ABF
WC FGW abhängig von Prozessdynamik 1, 2, 3, 6, 12 Stunden, 1 Tag, 1 Monat, 1 Jahr
QGA
QGZ
QC
QDZ
QDZ KASEG
QDA

1.6.5 Schnittstellen

Die Steuerung, in welcher Form welche Daten berechnet und gespeichert werden, erfolgt über die Steuerdatei RESULTS.STE. Um verschiedene Kombinationen der Ergebnisauswertung für unterschiedliche Daten zu ermöglichen, werden diese zu den folgenden Ergebnisgruppen zusammengefasst, die den jeweiligen Modellebenen zugeordnet sind:

Jeder dieser Ergebnisgruppen ist ein Anweisungsblock zugeordnet, der durch den Namen der Ergebnisgruppe als Schlüsselwort eingeleitet wird. Wird ein Schlüsselwort für eine Datengruppe oder eine Datenart nicht gefunden, erfolgt keine Auswertung. So kann durch ein vorangestelltes '*' gesteuert werden, welche Auswertungen erfolgen sollen.

Über das TABELLEN_FORMAT kann eine raum- oder zeitbezogene Tabellenstruktur gewählt werden (s. Kapitel 1.6.2).

Für jede Datengruppe können separat verschiedene Selektions- und Aggregierungskriterien angegeben werden.

Die Art der Aggregierung wird in der Steuerdatei ARC_EGMO.STE (s. Abbildung 2-1, Kapitel 1.2.2) festgelegt. Dabei werden nur die Datengruppen Meteorologie und Wasserhaushalt unterstützt, also Gruppen, die streng flächenbezogen die vertikalen Flüsse erfassen. Keine Aggregierung wird für die laterale Flüsse zwischen Geometrieelementen angeboten, da hier die räumliche Aggregierung vom Modell selbst im Rahmen der Abflusskonzentration beschrieben wird.

Über die räumliche Aggregierung wird realisiert, dass die Berechnungen zwar für kleinere Geometrieeinheiten und damit prozessadäquat erfolgen (z.B. Elementarflächen) können, die Ergebnisse dann aber bezogen auf größere Einheiten wie Teileinzugsgebiete gespeichert werden.

Für jede Datengruppe können die in Abbildung 6-2 angegebenen zeitlichen und räumlichen Selektionsmöglichkeiten genutzt werden.

Sofern das Steuerwort RAUMSELEKTION gefunden wird, erfolgt die Ergebnisauswertung nur für vorgegebene Geometrieelemente. Die Vorgabe dieser Geometrieelemente erfolgt über die ASCII-Datei <Raumbezug>.sel, wobei "Raumbezug" gleich dem Raumbezug sein muss, für den die Berechnungen in der zugeordneten Modellebene durchgeführt werden (z.B. EFL oder TG in ABI_MOD). Diese Datei wird im Verzeichnis GIS\SELECT erwartet.

TABELLEN_FORMAT           GIS_MOD  /* EXCEL_MOD oder GIS_MOD=Raum              */

RAUMSELEKTION                      /* wenn aktiviert, Vorgabe der Selektion    */

                                   /* ueber eine Datei ..\GIS\Select\<RB>.SEL  */

ZEITAGGREGATION           0        /* 0 Tag, 1 Monat, 2 Jahr, 3 Stunden,       */

                                   /* 5, 10, 15 (in Minuten)                   */

                                   /* -1 Mittel, -2 Sommer, -3 Winter          */

ZEITSELEKTION                      /* wenn aktiviert, Beruecksichtigung        */

                                   /* der folgenden Terminangaben */

STARTDATUM                1 1 79   /* Tag Monat Jahr                           */

STARTZEIT                 0 0      /* Stunde Minute                            */

ENDDATUM                  31 12 93 /* ENDDATUM bzw. ENDZEIT muss einen Zeit-   */

ENDZEIT                   0 0      /* schritt groesser gewaehlt werden         */

DATEN_MODUS               mit      /* MIT, MIN, MAX innerhalb des Auswerte-    */

                                   /* intervalls entsprechend ZEITAGGREGATION  */

Abbildung 6‑2: Steuerdatei RESULTS.STE - Selektionsmöglichkeiten 1

Eine weitere Möglichkeit der Raumselektion kann auch ohne das Select-Verzeichnis erfolgen, in dem eine (beliebige) DBASE- oder ASCII-Tabelle mit einer Attributspalte angegeben wird, die die ID's der zu selektierenden Geometrieelemente beinhaltet. Erforderlich sind hier also exakt 3 Angaben (Dateityp ASCII|DBASE, die Datei selbst, die sich im GIS-Verzeichnis befinden muss und der Name des Attributs mit den Selektionen). Werden nur 2 Angaben gefunden, werden diese als Dateityp und Dateiname interpretiert und "select" als Name der Selektionsspalte angenommen. Um hier ein sicheres Einlesen dieser Informationen zu gewährleisten, empfiehlt es sich, in der Zeile RAUMSELEKTIONEN keine weiteren Kommentare anzugeben.

Es empfiehlt sich, als Grundlage für die vorzunehmenden Selektionen eine Datei zu verwenden, die im inhaltlichen Zusammenhang zu den auszuwertenden Geometrien steht und dieser eine Selektionsspalte anzufügen. Diese Tabelle kann z.B. das für die Modellierung verwendete Gewässernetz sein, indem in der select-Spalte die auszuwertenden Abschnitte gekennzeichnet sind oder die Pegeltabelle, in der die Zuordnung der Pegel zu den Fließgewässerabschnitten in einer Select-Spalte gehalten wird. Die entsprechende Tabelle muss in der results.ste beim Steuerwort RAUMSELEKTION angegeben werden (s. Abbildung 6-3).

TABELLEN_FORMAT           GIS_MOD  /* EXCEL_MOD oder GIS_MOD=Raum              */

RAUMSELEKTION DBASE FGW.dbf auswer

ZEITAGGREGATION           0        /* 0 Tag, 1 Monat, 2 Jahr, 3 Stunden,       */

                                   /* 5, 10, 15 (in Minuten)                   */

                                   /* -1 Mittel, -2 Sommer, -3 Winter          */

ZEITSELEKTION                      /* wenn aktiviert, Beruechsichtigung        */

                                   /* der folgenden Terminangaben */

STARTDATUM                1 1 79   /* Tag Monat Jahr                           */

STARTZEIT                 0 0      /* Stunde Minute                            */

ENDDATUM                  31 12 93 /* ENDDATUM bzw. ENDZEIT muss einen Zeit-   */

ENDZEIT                   0 0      /* schritt groesser gewaehlt werden         */

DATEN_MODUS               mit      /* MIT, MIN, MAX innerhalb des Auswerte-    */

                                   /* intervalls entsprechend ZEITAGGREGATION  */

Abbildung 6‑3: Steuerdatei RESULTS.STE - Selektionsmöglichkeiten 2

In der Select-Spalte werden die zu selektierenden ID's eingetragen. Weitere Zeilen dürfen nicht leer bleiben, sondern müssen mit -9999 gekennzeichnet werden.

Die Zuordnung der ID's zu einem Raumbezug richtet sich dabei nach dem in der ArcEGMO.ste gewählten Raumbezug für die Ergebnisse und dem thematischen Block der results.ste in dem die Raumselektion aktiviert ist. Bei mehrfacher Raumselektion ist darauf zu achten, dass die zu selektierenden ID's eindeutig zugeordnet werden können. Es muss dementsprechend für jeden neuen Raumbezug für den eine Raumselektion vorgenommen werden soll eine eigene Select-Spalte angelegt werden. Jede Tabelle kann maximal eine Select-Spalte enthalten.

Ist das Steuerwort RAUMSELEKTION auskommentiert, so werden die Ergebnisse für sämtliche Raumbezüge ausgewertet und gespeichert.

In der angegebenen Datei bzw. Selektionstabelle wird nach den Attributen 'ID' oder 'X-COORD' und 'Y-COORD' gesucht. Wird ein Attribut 'ID' gefunden, so erfolgt eine Referenzierung auf das entsprechende Attribut der Polygon- oder Arc-Attributtabelle (z.B. EFL-ID oder FGW-ID). Abbildung 6-4 gibt ein Beispiel für die Selektion einzelner Elementarflächen über ihre ID. Werden nur die Attribute 'X-COORD' und 'Y-COORD' in der Selektionstabelle gefunden, so wird das nächstgelegene Geometrieelement entsprechend der Entfernung zum

ermittelt.

Für Gewässerabschnitte ist auf diese Weise allerdings keine eindeutige Zuordnung möglich, da z.B. bei Zusammenflüssen zwei Gewässerabschnitte die gleichen Koordinaten für den unteren Knoten besitzen. In diesem Fällen erfolgen die Ergebnisauswertungen dann für beide Gewässerabschnitte.

Sind in der angebenden Selektionstabelle ID's und Koordinaten gegeben, erfolgt die Selektion nach den ID's, weil diese Methode eindeutig und schneller ist.

ID REF_X   REF_Y

 27 3491671 5564387

 35 3477367 5557010

 73 3471354 5545917

Abbildung 6‑4: Selektion von Elementarflächen über EFL.SEL

Die nächsten Optionen in Abbildung 6-2 betreffen zeitliche Aspekte. Über ZEITAGGREGATION ist es möglich, eine Auswertung auf Stunden-, Tages-, Monats- oder Jahresbasis durchzuführen. Es können aber auch nur die Sommer- oder Winterwerte ermittelt werden. Programmintern werden hier die Monatswerte Mai bis Oktober zum Sommerwert bzw. November bis April zum Winterwert summiert. Insbesondere für zeitlich sehr hoch aufgelöste Simulationsrechnungen ist eine Ergebnisauswertung im Minutenbereich möglich (ganzzahlige Vielfache von 5 Minuten). Sämtliche Zeitaggregationen sind aber nur dann möglich, wenn der Berechnungszeitschritt kleiner als die angegebene Aggregationsbasis ist.

Für die gewählte zeitliche Basis der Aggregierung wird dann entsprechend des angegebenen DATEN_MODUS entweder die Summe oder der Mittelwert ermittelt oder das Minimum oder Maximum der Berechnungsergebnisse registriert. Zu beachten ist hierbei, dass sich der Mittelwert immer auf die Zeitbasis des Berechnungszeitschrittes und damit die der meteorologischen Daten bezieht.

Über die Option ZEITSELEKTION kann gesteuert werden, ob der gesamte Berechnungszeitraum ausgewertet werden soll oder nur ein Teilzeitraum, der dann über STARTDATUM, STARTZEIT, ENDDATUM und ENDZEIT spezifiziert werden muss. Diese Option kann sinnvoll zur Reduktion des Datenumfanges eingesetzt werden, wenn im Rahmen des Prozessstudiums Ergebnisse in hoher räumlicher Auflösung (und zeitlicher Auflösung) benötigt werden. So kann z.B. die Gebietsauffeuchtung während eines Hochwassers auf diese Weise analysiert werden.

Abbildung 6-5 zeigt zum besseren Verständnis noch einmal den Auszug aus der Steuerdatei RESULTS.STE, über den die Art und Weise der Ergebnisauswertung beeinflusst werden kann. Die in Abbildung 6-2 gezeigten Selektionsmöglichkeiten, die für alle Datengruppen gleich sind, wurden hier weggelassen.

Nach diesen Optionen zur Art der Auswertung erfolgt dann die Angabe der Ergebnisdaten, für die die Auswertungen erfolgen sollen. Die nach den Schlüsselworten angebenden Datenbezeichnungen werden genutzt zur Bildung des jeweiligen Tabellen- bzw. Dateinamens.

Wie schon erwähnt wurde, können über Auskommentierungen, z.B. durch ein vorangestelltes '*', einzelne Datenarten oder ganze Datengruppen von der Auswertung ausgeschlossen werden.

Für die Speicherung der Ergebnistabellen im GIS- bzw. ZEITREIHEN-Verzeichnis werden die gewählten Auswerteoptionen wie folgt in der Verzeichnisstruktur und im Dateinamen kodiert:

So beinhaltet bei einer Berechnung auf Tagesbasis die Tabelle EFL_MAX.ER im Verzeichnis MONAT für alle Elementarflächen für jeden Monat des Auswertezeitraums den maximalen Tageswert der realen Verdunstung.

Lediglich für die Grundwasserdaten wird die Datenart im Dateityp um die Bezeichnung der Abflusskomponenten ergänzt, die in der Modul.Ste unter ABFLUSS-KOMPONENTEN festgelegt wurde, so dass hier z.B. die Ergebnisdatei tg_sum.go_RH die Summe über alle Berechnungszeitschritte innerhalb eines Auswertezeitintervalls der Abflusskomponente RH aller Teileinzugsgebiete beinhaltet.

*METEOROLOGIE

Einfügung siehe Abbildung 6-2

KOR_NIEDERSCHLAG          pi       /* [mm/DT] DT lt. ZEITDISKRETISIERUNG     */

POT_VERDUNSTUNG           epm      /* [mm/DT] DT lt. ZEITDISKRETISIERUNG     */

KLIMATISCHE_WASSERBILANZ  wb       /* [mm/DT] DT lt. ZEITDISKRETISIERUNG     */

LUFTTEMPERATUR            lt       /* [mm/DT] DT lt. ZEITDISKRETISIERUNG     */

GLOBALSTRAHLUNG           glo      /* [mm/DT] als Wasseräquivalent           */

REL_SONNENSCHEINDAUER     n_rel    /* [/]                                    */

WINDGESCHWINDIGKEIT       u        /* [m/s]                                  */

DAMPFDRUCK                e        /* [hPa]                                  */

REL_LUFTFEUCHTE           relF     /* [/]                                    */

+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

*WASSERHAUSHALT

Einfügung s. Abbildung 6-2

Niederschlagsdargebot     nd       /* [mm/DT] DT lt. ZEITDISKRETISIERUNG     */

POT_VERDUNSTUNG           ep       /* [mm/DT] DT lt. ZEITDISKRETISIERUNG     */

REL_VERDUNSTUNG           er       /* [mm/DT] DT lt. ZEITDISKRETISIERUNG     */

GRUNDWASSERNEUBILDUNG     gwn      /* [mm/DT] DT lt. ZEITDISKRETISIERUNG     */

EFFEKTIVNIEDERSCHLAG      pef      /* [mm/DT] DT lt. ZEITDISKRETISIERUNG     */

LANDOBERFLAECHENABFLUSS   ro       /* [mm/DT] DT lt. ZEITDISKRETISIERUNG     */

MISCHKANALISATIONSABFLUSS

TRENNKANALISATIONSABFLUSS

HYPODERMISCHERABFLUSS     rh       /* [mm/DT] DT lt. ZEITDISKRETISIERUNG     */

Drainabfluss

SchnellerGrundwasserAbfluss

KAPILLARWASSERAUSTAUSCH   au       /* [mm/DT] DT lt. ZEITDISKRETISIERUNG     */

BODENFEUCHTE              bf       /* [mm]                                   */

SCHMELZWASSERABGABE       sw       /* [mm/DT] DT lt. ZEITDISKRETISIERUNG     */

SCHNEEMENGE               sm       /* [mm]                                   */

SCHNEEHOEHE

Bodenoberflaechentemperatur

Blattflaechenindex

oberirdischeBiomasse

KohlenstoffInBiomasse

StickstoffInBiomasse

N_Mineralisierungsrate

N_Ausgasung

Ro_N

Ro_P

Rh_N

Rg_N

*KASKADEN_FLUESSE

Einfügung siehe Abbildung 6-2

KASKADEN_INHALT              qdi   /* [mm/DT]                                */

KASKADEN_ABFLUSS             qda   /* [mm/DT]                                */

KASKADEN_ZUFLUSS             qdz   /* [mm/DT]                                */

RD_MISCHKANALISATIONSABFLUSS rdmk  /* [mm/DT]                                */

RD_TRENNKANALISATIONSABFLUSS rdtk  /* [mm/DT]                                */

RD_Hypodermischer_ABFLUSS

RD_Stickstoffmenge

RD_StickstoffmengeOut

RD_StickstoffmengeInp

RD_Phosphormenge

RD_PhosphormengeOut

RD_PhosphormengeInp

+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

GRUNDWASSER

Einfügung s. Abbildung 6-2

SPEICHER_INHALT           gs_      /* [mm]                                   */

SPEICHER_OUTPUT           go_      /* [mm/DT]                                */

HYPODERMISCHER_OUTPUT     gh_      /* [mm/DT]                                */

Gw_Stand

+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

GEWAESSERABFLUESSE

Einfügung s. Abbildung 6-2

GESAMTABFLUSS               qc     /* [m**3/s]                               */

OBERLIEGERZUFLUSS           qo     /* [m**3/s]                               */

DIREKTZUFLUSS               qd     /* [m**3/s]                               */

Q_MISCHKANALISATIONSABFLUSS qkm    /* [m**3/s]                               */

Q_TrennKANALISATIONSABFLUSS qkt    /* [m**3/s]                               */

Q_DRAINAGEZUFLUSS

HYPODERMISCHERZUFLUSS_RD    qhs    /* [m**3/s]                               */

HYPODERMISCHERZUFLUSS_GW    qhl    /*[m**3/s]                               */

SCHNELLERGRUNDWASSERZUFLUSS

GRUNDWASSERZUFLUSS          qg     /* [m**3/s]                               */

EIGENGEBIETSZUFLUSS         qei    /* [m**3/s]                               */

LEAKAGEVERLUSTE             qle    /* [m**3/s]                               */

WASSERSTAND                 wc     /* [m]                                    */

WASSERSPIEGELBREITE       wbl    /* [m]                                      */

Q_RD_Chlorideintrag

Q_RD_Phosphoreintrag

Q_RD_Stickstoffeintrag

Q_GW_Chlorideintrag

Q_GW_Phosphoreintrag

Q_GW_Stickstoffeintrag

Q_Hyp_Chlorideintrag

Q_Hyp_Phosphoreintrag

Q_Hyp_Stickstoffeintrag

Q_Chlorid

Q_Phosphor

Q_Externzufluss

Q_Verzweigungsfluss

Q_UnterliegerRueckfluss

Q_KlaerwerksZufluss

Q_KlaerwerksZufluss_P

Q_KlaerwerksZufluss_N

Q_Abfluss_Cl

Q_Abfluss_P

Q_Abfluss_N

Q_WASSERTIEFE

+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

GEWAESSERPUNKTE

Einfügung s. Abbildung 6-2

WASSERSTAND          wp      /* [m]    aktueller Wasserstand                      */

SPEICHERINHALT       s       /* [qm]   aktuelle Speicherfuellung                  */

Verdunstung          wep     /* [mm]   aktuelle  Gewässerverdunstung              */

Mindestabgabe        ql      /* [qm/s] aktuell notwendige Mindestabgabe           */

DefMindestabgabe     qld     /* [qm/s] Defizit zur akt. notwendigen Mindestabgabe */

Nutzerbedarf_UL      qnu     /* [qm/s] aktuelle Nutzeranforderungen Unterlieger   */

DefNutzerbedarf_UL   qnur    /* [qm/s] Defizit zur akt. Nutzeranforderung UL      */

Nutzerbedarf_UL      qnd     /* [qm/s] akt. Nutzeranforderungen direkt aus TS     */

Nutzerabgabe_UL      qndr    /* [qm/s] akt. realisierte Nutzerabgabe direkt aus TS*/

Nutzerbedarf_TS

Nutzerabgabe_TS

DefizitTage_TS

SollWasserstand

Zufluss

Abfluss

Ueberleitung

Abbildung 6‑5: Steuerdatei RESULTS.STE - Auswerteoptionen



[13] kein direkter Raumbezug sondern indirekt über zugeordnete Elementarflächen und Teileinzugsgebiete bzw. Kaskadensegmente

[14] Die Symbole zur Bezeichnung der Ergebnisdatenarten können frei gewählt werden. Die hier vorgeschlagenen Symbole dienen nur dazu, die weiteren Erläuterungen zu vereinfachen, stellen jedoch gleichzeitig einen Diskussionsvorschlag für eine Vereinheitlichung vor.

[15] Perkolationsrate, bezogen auf die Kapillarwasserspeicherkapazität