3.6 Übung 6: Abflussbildungsmodul EFL_MOD1
Das Abflussbildungsmodul EFL_MOD1 ist eine vereinfachte Form des EFL_MOD0. Bei dem Modul wird nur eine Feuchteschicht betrachtet.
EFL_MOD_1 setzt für jeden Standort einen repräsentativen nFK-Wert (nutzbare Feldkapazität) an, der im Zuge der Parameterermittlung aus den bodenschichtbezogenen
nFK-Werten und den Schichtmächtigkeiten innerhalb der wechselfeuchten Bodenzone berechnet wird. Aus diesem repräsentativen nFK-Wert und
der aktuellen Wurzeltiefe wird in jedem Berechnungszeitschritt eine aktuelle Speicherkapazität berechnet, die als Begrenzungswert bei der
Bilanzierung der Ein- und Ausgänge (Niederschlag, Verdunstung und Perkolation) der wechselfeuchten Bodenzone dient.
Die Feuchtebilanzierung in der wechselfeuchten Bodenzone erfolgt grundsätzlich "von oben nach unten", wobei eine Feuchteschicht,
die sich zwischen Bodenoberfläche und Wurzeltiefe bewegen kann, lagegerecht berücksichtigt wird. Infiltrierender Niederschlag lagert sich
an die obere Feuchteschicht an. Die Verdunstung schöpft von oben her aus, wobei mit wachsendem Abstand der Feuchteschicht von der
Bodenoberfläche eine Verdunstungsreduktion stattfindet und damit die meteorologische Vorgeschichte berücksichtigt wird.
Bei der Beschreibung der Ausschöpfungsprozesse auf den grundwassernahen Flächen wird von einem uneingeschränkten Feuchtevorrat ausgegangen,
d.h. die Verdunstung auf diesen Flächen wird immer als potenziell angenommen.
Stellen Sie in der arc_egmo.ste bei MODUL_ABI folgendes Modul ein: EFL_MOD1. Bei dieser Simulation wird mit einer Flächenübertragung auf
Elementarflächen (EFL) gerechnet. Dies bedeutet, dass die eingetragenen Klimagrößen räumlich stärker differenziert werden.
Ebenso wird der Raumbezug für die Abflussbildung nicht wie ursprünglich auf TG, sondern ebenfalls auf EFL bezogen. Das heisst, Sie müssen in der arc_egmo.ste sowohl bei
Meteor als auch bei Abflussbildung (beides unter dem Punkt "RAUMBEZUEGE_MODELLIERUNG") EFL einstellen. Ändern Sie den Namen der
Berechnungsvariante in der arc_egmo.ste. Speichern Sie die arc_egmo.ste. Führen Sie die Rechnung durch.
Wie unterscheidet sich dieses Abflussbildungsmodul von dem des Basisszenarios?
Vergleichen Sie die Abflussganglinien.
Vergleichen Sie die Werte der Bilanzierung Modellebene ABI in der arc_egmo.txt-Datei.
Stellen Sie das Basisszenario wieder her.
- Während die bisherigen Berechnungen auf Hydrotopklassen basierten, wird im Folgenden ein Ansatz im Abflussmodul verwendet (EFL_MOD 1), in dem auch die Modellierung auf Elementarflächen möglich ist.
- Hierzu muss die Flächenübertragung der Klimagrößen und der Raumbezug für die Abflussbildungsberechnung verändert werden:
Ausgangslage:(Modul EGMO_NA)
- Flächenübertragung der Klimagrößen: HYD
- Raumbezug für die Modellierung der Abflussbildung: TG
Veränderung:(EFL_MOD 1)
- Flächenübertragung der Klimagrößen: EFL
- Raumbezug für die Modellierung der Abflussbildung: EFL
- Hydrotopklassen (HYD) sind eine Zusammenfassung von EFL nach Ähnlichkeitskriterien
- Im Modul EFL_MOD 1 wird mit der Flächenübertragung auf EFL gerechnet, dass heißt die eingetragenen Klimagrößen werden räumlich stärker differenziert, sie werden auf die EFL interpoliert
- Ebenso wird der Raumbezug für die Abflussbildung nicht wie im Ausgangsmodel auf TG, sondern auf EFL bezogen, d.h. die Berechnung erfolgt von den stark differenzierten Klimagrößen ausgehend auf der kleinsten räumlichen Einheit (EFL) ohne diese für die Berechnung zu größeren Raumeinheiten (HYD, TG) zusammenzufassen
- Die Simulationsdauer wird ca. um das 15‑fache erhöht, da jetzt pro Zeitschritt eine Berechnung für jede der 6661 ELF anstatt nur für die 352 HYD durchgeführt wird

Abbildung 6‑1: Vergleich verschiedener Module
Beobachtung:
- Hierzu wurden die Abflussganglinien beider Module verglichen
- Rechnungsbeginn in beiden Modulen ist der 01.01.1982
- Die simulierten Ganglinien beider Module sind weitgehend überein stimmend
- Im Wesentlichen unterscheiden sie sich in den Abflussspitzen
- Die Abflussspitzen der Ganglinie des Moduls EGMO_NA liegt im Minimum 0,5 m³/s und im Maximum 2,5 m³/s über der Ganglinie des Moduls EFL_MOD 1
- Die Trockenwetterganglinie wird mit dem Modul EGMO_NA niedriger als mit dem des Moduls EFL_MOD 1 simuliert
Erklärung:
- Im Mittel sind die Abflüsse und die anderen Wasserhaushaltsgrößen in beiden Modulen sehr ähnlich berechnet worden
- die zeitliche Varianz ist aber wesentlich größer Abflussspitzen
- Die zeitlichen Abweichungen können auf die unterschiedlichen räumlichen Diskretisierungen zurückgeführt werden, nach denen sich auch die Flächen zur Bildung des Basisabflusses verändern können

Abbildung 6‑2: Vergleich der Bilanzierungen Modulebene ABI
weitere Erklärung:
- Zum einem weiteren Vergleich der Module wurde die Bilanzierungen der Modellebene ABI herangezogen
- Diese zeigen deutlich, dass die Unterschiede in den Modulen nicht so groß sind, wie die Abbildung 6‑1 verdeutlicht
- Im Wesentlichen zeigen die Module Unterschiede in der GWN und im RO
- während die GWN im Modul EFL_MOD 1 ca. 4% höher simuliert wird, wird im Gegensatz dazu RO ca. 4% geringer simuliert
- Die anderen Wasserhaushaltsgrößen, wie ER und SP sind näherungsweise gleich
- Der Abweichung von QC, die in Abbildung 6‑1 deutlich zu sehen ist, spiegelt sich in der Bilanzierung mit nur 1% wieder