5.3. Verdunstungsprozess
- Evaporation E:
- direkte Verdunstung von freier Bodenoberfläche und
über Wasser, unter AusSchluss biologisch
physiologischer Prozesse.
- Transpiration T:
- Verdunstung von Pflanzenoberflächen (Regulierung
durch Öffnen/Schließen der Spaltöffnungen in
den Blättern), biologisch physiologisch relevant
(cuticuläre und stomatäre Transpiration).
- Evapotranspiration ET=E+T:
- Reale Evapotranspiration (= aktuelle) ist die
ET einer teilweise oder ganz mit Pflanzen bewachsenen
Fläche, deren Wassernachschub durch Wassermangel,
biologische oder physikalische Bedingungen begrenzt ist.
Die potentielle Evapotranspiration ist definiert als die maximale Verdunstungshöhe, die unter gegebenen Klimabedingungen erzielt wird, unter der Voraussetzung, dass genügend Wasser verfügbar ist. Sie unterscheidet sich von der potentiellen
Evaporation vor allem dadurch, dass sich auch bei optimaler
Wasserversorgung unter bestimmten Bedingungen wie hoher
Temperatur, niedriger photosynthetisch aktiver Strahlung die
Blattporen (Stomata) schließen können oder andere
physiologische Vorgänge die Transpiration reduzieren.
- Interzeption:
- Zwischenspeicherung des Niederschlages auf Vegetationsoberflächen
(s. Kap. 6 Interzeption).
Methodisch lassen sich die Verfahren zur Ermittlung der Verdunstung einordnen in:
- direkte Messverfahren
- indirekte Messverfahren (basieren auf Gradient- bzw. Energieumsatzmessungen)
- Berechnungsverfahren
- für freie Wasseroberflächen
- für unbewachsene Landoberflächen
- als potentielle Evapotranspiration
- als tatsächliche (reale) Evapotranspiration
Die Verdunstungsermittlung erfolgt dabei jeweils in:
- unterschiedlicher regionaler Gliederung (Messpunkt, Schlag, Gebiet, Region)
Stichwort: Gebietsverdunstung durch Regionalisierung bzw. über Verfahren der Mittelbildung;
- unterschiedlicher zeitlicher Gliederung/Auflösung (Stunden - langjähriges Mittel).
Ein wesentliches Ergebnis der Berechnung ist die Gebietsverdunstung als Mittel aus Einzelverdunstungen homogener Flächen (Regionalisierung mit GIS) oder als Summe aus den Komponenten des Wasserhaushaltes (Restglied aus der Gebietswasserbilanzierung). Kriterien für die Wahl und Anwendung der Verfahren findet man in der Anlage I des Merkblattes zur Wasserwirtschaft "Ermittlung der Verdunstung von Land- und Wasserflächen" (DVWK 1996).