Das vorrübergehende Speichern von gefallenem oder abgesetztem Niederschlag an Pflanzenoberflächen wird Interzeption genannt. Von dort verdunstet das Wasser teilweise sofort wieder oder es tropft bzw. läuft zum Erdboden ab. Zwischen vegetationsbedeckten und vegetationslosen Gebieten kann ein deutlicher Unterschied bestehen bezüglich des den Boden erreichenden Niederschlagsanteils. Vor allem in Wäldern und Forsten wurde die Interzeption schon früh untersucht.
Da durch die Interzeption eine räumliche, zeitliche und mengenmäßige Umverteilung des Niederschlags erfolgt, muss sie bei der Analyse hydrologischer Prozesse wie Infiltration, Evapotranspiration und Abfluss berücksichtigt werden. Von wasserwirtschaftlicher Bedeutung ist vor allem der Einfluss auf die Grundwasserneubildung.
Die Interzeption ist sehr stark standortabhängig. Eine analytische mathematische Beschreibung ist kaum möglich. Daher werden bei der Berechnung der einzelnen Parameter oft empirische Verfahren angewendet.
Die langjährigen Niederschlagsmessungen des Deutschen Wetterdienstes werden auf Freilandmessstationen durchgeführt. Der Freilandniederschlag wird auch für die Berechnung des Gebietsniederschlags verwendet (Baumgartner & Liebscher 1996).
Hier einige wichtige Begriffe nach DIN 4049:
Die Kenntnis von der Höhe des Bestandsniederschlags ist Vorausetzung für Aussagen und Konsequenzen im forsthydrologischen Bereich (Wasserbilanz), forstökologischen Bereich (Transportmittel für Nähr- und Schadstoffe) und im forstökonomischen Bereich (produktions- und risikobegrenzender Faktor (vgl. DVWK 1986). Auch beim Anwenden und Entwickeln von hydrologischen Modellen ist die Bestimmung des Bestandsniederschlages eine wichtige Komponente.